zu unserer Geschichte

Corps Ottonen - ÖSTV Ottonia - akad. Corps Ottonen

Der folgende Artikel aus der Zeitschrift "Krone und Reich" soll einem interessierten Leser einen kurzen Einblick in die erlebnisreiche Geschichte der Ottonen ermöglichen:



Hauptmann Karl Burian



Zur Illustration: Ein Ottone, Erich Tjuka, Offizier der k.u.k. Armee, nahm während seiner Stationierung in Pola den muslimischen Glauben an. Ein seltener, aber bei OTTONEN selbstverständlich akzeptierter Schritt. 

Auch Österreicher mosaischer Konfession wurden ab 1933 (!) aufgenommen, der ursprünglich vorhandene Arier-Paragraph gestrichen. Die insgesamt sehr humanistische und auch in sich kompakt geschlossene Ausrichtung wurde durch eine scharfe Wehrhaftigkeit ergänzt. Es wurden Bestimmungsmensuren, Kontrahagen, Pro - Patria - Suiten "gefochten" und unbedingte Satisfaktion gegeben. 

In einer Zeit der äußersten Bedrohung Österreichs, aber auch der europäischen Reichsidee überhaupt, wohl verständlich! Außerdem wollte man demonstrieren, dass man ebensoviel Tapferkeit wie die deutschnationalen Burschenschafter besaß, wollte das gesamte "schlagende Lager nicht nur den Staatsfeinden überlassen, sondern für seine Welt auch mit der Waffe einstehen." OTTONEN haben all das, im Gegensatz zu manchen anderen legitimistischen Corps, bewahrt. 

Folgerichtig entschloss sich das Corps per Conventsbeschluss, eine Widerstandsgruppe gegen die Auslöschung Österreichs zu bilden. Der ehemalige Senior Karl Burian leitete die Gruppe, der seine Corpsbrüder Drahozwal, Kretschmer, Fuchs, Krinninger, Krausz-Wienner und andere angehörten. 

Sie wurden verraten, inhaftiert, Burian am 13. März (!) 1944 durch die Guillotine hingerichtet. 

Selbst während der Haft schulten Sie ihre Mitglieder weiter und nahmen Neue auf. Nach dem zweiten Weltkrieg bestand der Altherrenverband durchgängig bis Anfang 1992. Danach übergab Krausz-Wienner den Corpsbesitz an das Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstandes. In Unkenntnis dieses Vorganges, aber in der Tradition des Corps, fanden sich tatsächlich am 26. 08. 1992 neuerlich junge Akademiker, um den Bund weiterzuführen. Der volle Inhalt des Corps wurde angenommen, da aber keine Voraussetzung zur Mensur bestand, wurde der Name "Österreichische Studentenverbindung Ottonia" gewählt. Durch intensive Bemühungen konnten die letzten lebenden Ottonen Julius Kretschmer, Paul Arnold Fuchs und als besondere Ehre Erzherzog Dr. Otto von Habsburg als Schirmherr, gewonnen werden. 

Von der Vergangenheit in die Zukunft: Der aktive Betrieb wird kontinuierlich aufrechterhalten, vom jährlichen Treffen bei unserem Bundesbruder Herbert von Rauch Höphffner jun. bis zur täglichen Arbeit in Wien. Mit Hilfe des sehr freundlichen Wiener Corps Symposion wird heuer auch der letzte formale Punkt bewältigt, der für die geplante Corpserklärung bei unserem 15. Reaktivierungsstiftungsfest und unserem 85. Stiftungsfest insgesamt notwendig ist (19./ 20./ 21. Oktober 2007 im Schloß Plankenstein). 

Inhaltlich ist noch zu erwähnen, dass unser akademischer Bund Persönlichkeiten des Schwarz-Gelben Lagers - ich nenne Prof. Dr. Erich Feigl, Mag. Alexander Sixtus von Reden, Präsident Bgm. a. d. Dr. Herbert von Rauch Höphffner, aber auch hervorragende Vertreter der Wissenschaft und Kunst in ihren Reihen hatte und hat. Auch hier schließt sich der Bogen vom alten Corps, dem zum Beispiel Heinrich von Schullern angehörte. 

MIT DES GEISTES HEITREN WAFFEN ... EIN VIVAT, CRESCAT, FLOREAT UNSEREM BUND - AD MULTOS ANNOS 

- Dr. Kambis Atefie v/o RADETZKY 

Erschienen in: "Krone und Reich", Nr. 2/ 2007